Kommentar: Ein Trainerwechsel ist unvermeidlich

2_RYL2103Im Stadion Schoren ist der EHC Olten ein rotes Tuch. Aber heute gilt ihnen mein Respekt. Sie haben ihren Fehler zugegeben und gehandelt. Sie haben Scott Beattie einen viel zu langen Vertrag unterzeichnen lassen und ihn trotzdem frühzeitig entlassen. Die finanziellen Konsequenzen dürften gross sein. Teuer. Und wohl auch schwer zu verkraften. Aber sie haben gehandelt, weil ein Missstand korrigiert werden musste.

1_RYL1191 Der SC Langenthal verursacht vielen Fans ebenfalls Bauchschmerzen. Man sieht schwache Leistungen, zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive und Niederlagen die nicht sein müssten. Zu viele Verletzte? Nein. Der SCL hat ein breites und gutes Kader. Und auf dem Eis stehen weiterhin Spieler wie Daniel Carbis, Marc Kämpf, Pascal Gemperli und Jeffrey Füglister, die auch neben der ersten Linie brillieren können. Oder sollten.

Zu Sorgen Anlass geben andere Anzeichen. «Dreckige»Tore, sieht man beim SC Langenthal selten. Bei Blue-Line-Schüssen läuft kaum einer dorthin wo es weh tut. Es fehlt offensichtlich der unbändige Wille, das Wollen, sich um jeden Preis durchzusetzen. Und nicht zuletzt auch die Freude: Die Fotos, welche die SCL-Spieler in überschwänglichen Jubelpositionen zeigen, die sind rar geworden.

1_RYL1203Das sind Anzeichen von Frust. Wenn ein Jeffrey Füglister, auf seine Tricks verzichtet, wenn ein technisch versierter Spieler wie Pascal Gemperli untergeht, wenn Marc Kämpf und Daniel Carbis kaum durch erkämpfte Scheibenbesitze auffallen und die Ausländer ein Schatten ihrerselbst sind, dann spielen diese Akteure unter ihrem Niveau. In einer Mannschaft, in der die Zugpferde keine Zugpferde sind, gibt es Probleme. Deshalb ist auch für Aussenstehende erkennbar: Irgendetwas stimmt hier nicht.

1_RYL30692Olivier Horak hat den Draht zu den Spielern längstens verloren. Während der Natipause kam die Diskussion rund um einem Trainerwechsel erstmals auf. Damals verzichteten die SCL-Verantwortlichen auf eine Entlassung. In den Folgespielen schlug der SCL den EHC Olten bravourös und zwang mit Kräfteringen auch den HC Ajoie in die Knie. Nach dem (zu) kurzen Aufbäumen, ging es mit den Leistungen rasch wieder bergab. Nun folgte gegen das Schlusslicht Thurgau der traurige Tiefpunkt. Olivier Horak hatte seine zweite Chance. Für die Verantwortlichen gibt es nun keine Ausrede mehr. Wollen sie die Saison retten und ihre Ziele erreichen, braucht es einen Trainerwechsel.

 

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leroyryser

4 Comments

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    Stephan Dezember 07, 2014

    Guter Ansatz von Leroy! Die Diskussion ist angebracht und halt auch normal in diesem Sport. Als Abi-Besitzer besuche ich die meisten Heimspiele und stelle eigentlich gleiches fest wie Leroy. Allerdings bin ich stark im Zweifel ob eine Trainer-Entlassung das wirkliche Problem löst. Ich maße mir zwar nicht an das “wirkliche Problem” zu kennen, möchte allerdings auf die alte Weisheit hinweisen, dass nicht der Trainer die Tore macht. Als Zuschauer habe ich den Eindruck von einem guten Teamgeist. Die Jungs geben nie auf und kämpfen bis zum Schluss. Einsatz stimmt. Gegenseitiges Anspornen unter den Spielern ist immer wieder zu beobachten. Ich könnte es fast nicht glauben wenn ich hier falsch liegen würde, am Teamspirit liegt es nicht. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass der Sportchef nicht schon mit Team und Trainer Gespräche geführt hat (u. a. zur Trainerfrage generell).
    Wir konnten vielleicht mit Guyaz und Gadenau die Defensive nicht mehr “wettmachen”. Gute Verdeidiger sind und bleiben Mangelware. Ich bilde mir ein, dass das wesentlichste Problem in der ersten Linie zu suchen ist! Schon in der Meistersaison konnte bei unserem geliebten Dorfclub festgestellt werden, dass nur die erste Linie letztlich ausschlaggebend war zum Erfolg. Vielleicht mache ich es mir etwas einfach, es braucht alle Spieler für den Erfolg, inkl. Staff. Aber es gibt halt auf dem Papier Fakten die Bände sprechen. Ich meine damit die Statistik welche jeder überall nachlesen kann. Meine Quelle ist von hockeyfans.ch. Also legen wir die Fakten mal auf den Tisch. GWG`s (Gamewinning Goals) in der Quali des SCL durch erste Linie (nur Stürmer Tschannen, Campell und Kelly):

    Saison 11/12 = 14 Spiele entschieden
    Saison 12/13 = 16 Spiele entschieden
    Saison 13/14 = 15 Spiele entschieden

    Laufende Quali = 4 Spiele entschieden!!!

    Voila, es tut mir Leid, unsere (immer noch die beste Linie!) ist weit unter den Erwartungen. Jetzt könnte man sagen, das Team sei umso mehr in der Pflicht. Aber das war eben selbst in der Meistersaison schon das “Problem”! Wir jammern hier vielleicht auf hohem B-Niveau, dieses Problem haben auch die anderen Mannschaften. Dennoch, die Ausgeglichenheit im Team fehlt gänzlich! Linie 2 und 3 reissen Skorermässig viel zu wenig bis nichts. Nichts desto Trotz, mit einer ersten Linie in dieser Verfassung ist auch ein Weiterkommen in den PO unwahrscheinlich. Ob ein neuer Trainer die Form der ganzen Truppe “herzaubern” könnte, bezweifle ich sehr. Ich bin für Kontinuität, wenn möglich, kein Geld verpuffen wegen Trainer und versuchen mittelfristig ein ausgeglicheneres Team zu bilden. Das ist allerdings eine sehr schwierige Aufgabe, aber sicher nicht unmöglich.

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    Pädu Dezember 07, 2014

    Du hast es sehr gut erklärt.
    Das selbstvertrauen ist offensichtlich nicht mehr da.
    Es gelingt dadurch sehr wehnig und das Puckglück ist momentan auch nicht mehr auf unserer Seite.
    Nur die Frage ist, wird mit einem neuen Trainer alles Besser?
    Vieleicht, siehe den EHCV im vergangenen Jahr…
    Doch wie viel kostet die Freistellung des Trainers?
    Keine ahnung….
    Vieleicht ist es Teurer ihn zu behalten, zu verlieren und die zuschauer zu “verschüche”

    Vieleicht wird aber auch mit dem jetztigen Trainer alles wieder gut.
    Wir werden es sehen.

    PS. Guter Artikel

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    leroyryser Dezember 07, 2014

    Hallo Tom. Gerade als “Hofjournalist” – kleine Anmerkung: Ich bin vom Unter-Emmentaler angestellt, beim SCL habe ich “nur” einzelne Aufträge – ist mir das Wohl des SCL sehr am Herzen. Die Situation ist, so wie sie jetzt ist, gefährlich. Ich bin der Meinung es ist fünf vor zwölf…

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    Tom Dezember 07, 2014

    Hut ab Leroy. Aus der Ferne kann ich die Situation natürlich nicht beurteilen. Aber als Hofjournalist solch direkte Worte zu wählen braucht schon etwas Courage.

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