Jason O’Leary verlässt den SC Langenthal

Der SC Langenthal und Jason O’Leary verlängern ihre Zusammenarbeit nicht. Das hat der Club bekanntgegeben. Wie es weiter geht steht in den Sternen – bei beiden Parteien.

Es ist so etwas wie eine Erschütterung mit Ansage. Der SC Langenthal und Jason O’Leary gehen getrennte Wege. Der Club verkündete am Donnerstag, dass die beiden Parteien ihren Vertrag nicht verlängern. Ausgerechnet nach dem Meistertitel, der erfolgreichsten Saison der Oberaargauer überhaupt, müssen diese auf die Suche nach einem neuen Trainer. Die Langenthaler hätten ihren Trainer gerne behalten. Zuerst sei man zuversichtlich gewesen, lässt Sportchef Noël Guyaz verlauten, mit der Zeit wurde aber klar, dass der ehrgeizige O’Leary auf eine neue Herausforderung spekuliert. „Unser Ziel ist es auch, einen Trainer aus- und weiterzubilden. Dann kann so etwas passieren“, sagt der SCL-Sportchef. Auch nach O’Leary’s Abgang soll es bei Gelb-Blau genauso weitergehen wie zuvor. Gian Kämpf sagte passend dazu in einem früheren Interview mit dem Unter-Emmentaler: „Der SC Langenthal ist nicht Jason O’Leary. Und er ist auch nicht der einzige Trainer, der zum SCL passen kann.“ Es schien, als hätte er schon damals mit dem Abschied des Kanadiers gerechnet.
Für die Trainersuche will sich der SC Langenthal Zeit lassen. Vielleicht sogar bis Juli, wie Noël Guyaz sagt. Gesucht wird nach einem Trainer, der attraktives Offensiv-Hockey spielen lässt. Namen wie jener von den vereinslosen Kevin Schläpfer (Ex-Biel) oder Serge Pelletier (Ex-Fribourg und Ambri) werden deshalb bereits herumgeboten. Der SCL nimmt dazu verständlicherweise keine Stellung. Ebenso ist unklar, wie Guyaz künftig eingesetzt wird. Ob er weiterhin als Sportchef und Assistent fungiert, hängt nicht zuletzt vom Trainer ab. Der 45-Jährige sagt aber auch, dass die Entscheidung über die Besetzung des Assistenzpostens letztlich beim SCL und nicht beim neuen Trainer liegt.

Prinzip Hoffnung
Der Abgang vom 38-Jährigen Kanadier ist dennoch speziell und überraschend. Während seine von ihm getrenntlebende Frau Leanne dem SCL als Off-Ice-Coach erhalten bleibt, sagt Jason O’Leary, dass er zum jetzigen Zeitpunkt kein anderes Angebot erhalten hat. „Ich glaube es ist die richtige Zeit, um etwas zu riskieren“, sagt der Kanadier. Er hofft auf ein Angebot eines Teams von einem höheren Level. Sprich: Aus der schweizerischen Nationalliga A, der American Hockey League (AHL) oder sogar der National Hockey League (NHL) aus Übersee. Gerade in der NLA sind die verfügbaren Jobs aber dünn gesät. Einzig Fribourg und Servette haben noch keinen Trainer, dass ein NLB-Meistertitel für den Posten als Headcoach aber genügt, darf zurecht bezweifelt werden. O’Leary dürfte deshalb eher als Assistent im Gespräch sein. Ein Abstieg ist dies – so lässt es die Entscheidung von Jason O’Leary vermuten – nicht. „Es war nie der Plan in Langenthal pensioniert zu werden“, sagt er und verdeutlicht, was er schon vor langem gesagt hat: Irgendwann will er als Trainer in der besten Liga der Welt, der NHL, arbeiten. Es schmerze ihn als emotionalen Menschen zwar, Langenthal zu verlassen, letztlich sei der Entscheid zum Abschied einzig ein Entscheid für die Karriere gewesen.

Jason O’Leary verabschiedet sich somit, bevor der SC Langenthal seinen Zenit und das entfernte Ziel „Aufstieg“ erreicht hat. Keine einfache Situation für den NLB-Meister, auch wenn die Verantwortlichen der Langenthaler das beste herausstreichen wollen: „Das kann eine Chance für uns sein“, sagt Noël Guyaz, Jason O’Leary spricht sogar vom bestmöglichen Zeitpunkt, weil damit ein neuer „Kick“ durch die Mannschaft geht, der frische Energie freisetzen soll. Und dennoch: Einfacher macht es die Aufgabe der Langenthaler keineswegs. Wer sogar sagt, dass sich die Mission Titelverteidigung mit diesem anstehenden Wechsel erschweren wird, liegt nicht falsch.

Dieser Beitrag erscheint im Unter-Emmentaler.

leroyryser

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